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Ratgeber

Welche Steigeisen passen zu welchem Bergschuh

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Wer zum ersten Mal über Firnfelder oder einen Gletscher gehen will, steht vor zwei Fragen: Welcher Schuh trägt ein Steigeisen, und welches Steigeisen passt an meinen Schuh? Diese Seite verbindet beides. Sie erfahren, welche Bindungsarten es gibt, welche Sohlenkanten dafür nötig sind und wie sich das mit den Schuhkategorien B, B/C und C deckt. Die Kategorien sind eine im Handel verbreitete Einteilung und keine Norm; maßgeblich sind die Angaben von Schuh- und Steigeisenhersteller.

Die drei Bindungsarten

Steigeisen unterscheiden sich vor allem darin, wie sie am Schuh befestigt werden. Die Bindung entscheidet, welche Sohle Sie brauchen. Die Skizze zeigt, wo die Bügel an der Sohle ansetzen.

Riemensteigeisen: flexibel einsetzbar, mit Grenzen

Riemensteigeisen haben vorn und hinten Kunststoffkörbe, die den Schuh umfassen, und werden mit Riemen fixiert. Sie brauchen keine besonderen Kanten an der Sohle und passen deshalb an viele feste Bergschuhe. Für Touren mit kurzen Firnfeldern, Schneeresten am Übergang oder flache Gletscherabschnitte sind sie eine verbreitete Wahl.

Die Grenze liegt in der Sohle. Biegt sich der Schuh beim Gehen stark, arbeitet das Steigeisen gegen die Sohle. Der Mittelsteg kann sich lösen oder im schlimmsten Fall brechen, und das Steigeisen kann sich verschieben. Viele Hersteller empfehlen Riemensteigeisen deshalb nur an Schuhen mit ausreichend steifer Sohle, also ab B/C. Manche B-Schuhe sind laut Hersteller bedingt geeignet; prüfen Sie das im Einzelfall.

Halbautomatik: die Wahl für alpine Bergschuhe

Halbautomatik-Steigeisen kombinieren einen Kunststoffkorb an der Spitze mit einem Kipphebel an der Ferse. Der Kipphebel greift in eine Fersenkante, eine Stufe am hinteren Ende der Sohle. Das sitzt fester als ein Riemen und lässt sich schneller anlegen.

Schuhe der Kategorien B/C und C haben diese Fersenkante häufig. Die vordere Spitze bleibt ohne Kante, was den Schuh vorn etwas flexibler und angenehmer beim Gehen macht. Halbautomatik ist deshalb eine verbreitete Kombination für klassische Hochtouren und Gletscherbegehungen. Modelle mit steifer Sohle finden Sie im Ratgeber Hanwag Bergschuhe im Vergleich sowie in La Sportiva Bergschuhe und Scarpa Bergschuhe.

Automatik: für steife C- und D-Schuhe

Automatik-Steigeisen haben vorn einen Drahtbügel, der in eine Kante an der Schuhspitze greift, und hinten einen Kipphebel für die Fersenkante. Diese Verbindung ist sehr fest und für steiles Eis, Eisflanken und anspruchsvolle Hochtouren gedacht. Dafür braucht der Schuh eine sehr steife Sohle mit beiden Kanten, wie sie bei Kategorie C und D üblich ist.

Ob ein Schuh beide Kanten hat, sehen Sie an der Sohle: Vorn und hinten steht eine deutliche Stufe über die Laufsohle hinaus. Fehlt die vordere Kante, passt kein Automatik-Steigeisen.

Hinweis:Steigeisen sollten nach EN 893 geprüft sein, der europäischen Norm für Steigeisen. Das Anpassen an den Schuh erfolgt am besten im Fachhandel mit Ihren eigenen Schuhen. Prüfen Sie den Sitz vor jeder Tour.

Steigeisen richtig anpassen

  1. 1

    Schuh und Steigeisen in den Laden mitnehmen oder beim Kauf gemeinsam anprobieren.

  2. 2

    Länge des Mittelstegs so einstellen, dass das Steigeisen ohne Spiel am Schuh anliegt.

  3. 3

    Bei Halbautomatik und Automatik den Kipphebel so einstellen, dass er mit deutlichem Druck schließt.

  4. 4

    Am angelegten Steigeisen rütteln und den Schuh seitlich bewegen. Es darf nicht verrutschen oder abfallen.

  5. 5

    Riemen so führen und kürzen, dass keine Schlaufen herunterhängen, an denen Sie hängen bleiben.

  6. 6

    Anlegen zu Hause mehrmals üben, damit es am Berg auch mit kalten Fingern klappt.

Den passenden Schuh finden

Wenn Sie noch keinen Bergschuh haben, beginnen Sie mit der Tour. Für gelegentliche Firnfelder und leichte Gletscher reicht oft ein B/C-Schuh mit Halbautomatik. Wer regelmäßig Hochtouren geht, steiles Eis oder lange Gletscheranstiege plant, nimmt einen C-Schuh. Der Kategorie-Finder ordnet Ihr Gelände ein. Die Kategorien selbst erklärt Bergschuhe Kategorien A, B, C und D, die Wahl zwischen den Nachbarstufen beschreibt Kategorie B oder B/C?.

Für kalte Hochtouren kann zusätzlich ein gefütterter Schuh sinnvoll sein; Hinweise dazu finden Sie in Winter-Wanderschuhe.

Bergschuhe B/C und C entdecken →

Häufige Fragen

Kann ich an meinen Wanderschuh Steigeisen anlegen? An flexible A- oder A/B-Schuhe nicht. Dafür gibt es Grödel oder Spikes für vereiste Wege. Für echtes Steigeisengelände brauchen Sie einen Schuh mit ausreichend steifer Sohle.

Was bedeutet bedingt steigeisenfest? Damit meinen Handel und Hersteller meist B/C-Schuhe, die Riemen- oder Halbautomatik-Steigeisen aufnehmen, aber nicht für steiles Eis gebaut sind.

Passt jedes Halbautomatik-Steigeisen an jede Fersenkante? Meist ja, aber Form und Höhe der Kante variieren. Probieren Sie die Kombination vor dem Kauf aus.

Brauche ich für Grödel einen besonderen Schuh? Nein. Grödel werden mit einem elastischen Band über fast jeden Wanderschuh gezogen. Sie sind für vereiste Wege gedacht, nicht für Gletscher oder steile Firnflanken.

Was Sie dafür brauchen