Anleitung
Wanderschuhe einlaufen: wie lange und wie es richtig geht
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Kurz gesagt
Leichte Wanderschuhe aus Synthetik brauchen meist nur wenige kurze Einsätze, oft reichen einige Stunden Tragezeit verteilt auf ein paar Tage. Steife Lederstiefel und Bergschuhe brauchen deutlich länger, häufig zwei bis drei Wochen mit mehreren Spaziergängen und kurzen Touren. Steigern Sie die Belastung schrittweise und gehen Sie nie mit ungetragenen Schuhen auf eine lange Tour.
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Neue Wanderschuhe müssen sich an Ihren Fuß anpassen, und Ihr Fuß an den Schuh. Wer das überspringt, riskiert Blasen und Druckstellen auf der ersten großen Tour. Wie lange das Einlaufen dauert, hängt stark vom Schuh ab: Ein leichter Synthetikschuh ist schnell bereit, ein steifer Lederstiefel braucht Geduld. Diese Anleitung zeigt einen realistischen Plan von der Wohnung bis zur ersten Tagestour, getrennt nach Schuhart, und erklärt, was Sie bei Druckstellen tun können.
Warum Wanderschuhe eingelaufen werden müssen
Leder gibt durch Wärme, Feuchtigkeit und Bewegung nach und passt sich der Fußform an. Polster im Schaft und an der Ferse setzen sich, die Sohle wird an den Biegestellen etwas geschmeidiger. Bei Systemen wie dem MFS von Meindl passt sich das Schaftpolster durch Körperwärme an die Knöchel an.
Gleichzeitig gewöhnt sich Ihr Fuß an den neuen Schuh: an die Steifigkeit der Sohle, die Position der Nähte und die Höhe des Schafts. Haut an Ferse und Zehen, die neue Reibungspunkte erlebt, wird mit der Zeit widerstandsfähiger.
Synthetikschuhe verändern ihre Form kaum. Bei ihnen geht es vor allem darum, dass Sie den Schuh kennenlernen und mögliche Problemstellen früh bemerken.
Wie lange dauert das Einlaufen?
Diese Werte sind Erfahrungswerte, keine festen Regeln. Dickes Glattleder und sehr steife Sohlen brauchen länger, Nubuk und Schuhe mit Textilanteil meist kürzer. Die Kategorien sind ein im Handel verbreitetes Schema; welche Kategorie Ihr Schuh hat, steht beim Hersteller.
| Schuhart | Typische Dauer | Bis zur ersten langen Tour |
|---|---|---|
| Leichter Synthetikschuh, Kategorie A bis A/B | wenige Tage | nach einigen Stunden Tragezeit |
| Leder-Wanderschuh, Kategorie B | ein bis zwei Wochen | nach mehreren Spaziergängen und einer kurzen Tour |
| Steifer Bergschuh, Kategorie B/C bis C | zwei bis drei Wochen oder länger | nach mehreren kurzen Touren |
Der Plan: von der Wohnung bis zur Tagestour
Bei leichten Synthetikschuhen können Sie die Schritte stark verkürzen. Oft reichen ein paar Stunden in der Wohnung und ein bis zwei Spaziergänge. Bei steifen Bergschuhen sollten Sie dagegen eher mehr Zeit einplanen.
Solange Sie die Schuhe nur in der Wohnung tragen, bleiben sie sauber und lassen sich bei Passformproblemen meist noch zurückgeben. Prüfen Sie dazu die Bedingungen des Händlers.
- 1
Tag 1 bis 3: Schuhe in der Wohnung tragen, jeweils ein bis zwei Stunden, mit Wandersocken.
- 2
Tag 4 bis 7: kurze Spaziergänge von 30 bis 60 Minuten auf unterschiedlichem Untergrund.
- 3
Woche 2: längere Spaziergänge von zwei bis drei Stunden, gerne mit Steigungen und Treppen.
- 4
Woche 2 bis 3: eine kurze Wanderung von drei bis vier Stunden mit leichtem Rucksack.
- 5
Danach: die erste richtige Tagestour, mit Blasenpflaster im Gepäck.
Schnürung und Socken beim Einlaufen
Schnüren Sie die Schuhe beim Einlaufen so, wie Sie es auf Tour tun würden: Vorfuß eher locker, Rist fest, Ferse mit einem Fersenschloss fixiert. So erkennen Sie, ob die Schnürung später Druck am Rist oder an der Achillessehne verursacht. Wie das geht, zeigt der Beitrag Wanderschuhe richtig schnüren.
Tragen Sie die Socken, die Sie auch auf Tour verwenden. Eine andere Sockendicke verändert das Platzangebot im Schuh. Glatte, gut sitzende Wandersocken ohne dicke Nähte an den Zehen beugen Reibung vor.
Was tun bei Druckstellen?
Leichte Druckstellen beim Einlaufen sind normal, vor allem bei Lederstiefeln. Wenn eine Stelle rot wird, legen Sie eine Pause ein und kleben vorbeugend ein Blasenpflaster oder ein Tape auf. Verändern Sie die Schnürung, etwa indem Sie eine Öse am Rist überspringen.
Wenn ein Schuh nach zwei bis drei Wochen immer noch an derselben Stelle drückt, wird sich das durch weiteres Tragen meist nicht ändern. Ein Schuhmacher kann Leder an einzelnen Stellen weiten. Hilft das nicht, passt der Leisten nicht zu Ihrem Fuß. Mehr dazu in den Beiträgen Wanderschuhe drücken und Wanderschuhe weiten.
Hinweis:Wer an Diabetes oder Durchblutungsstörungen leidet, sollte Druckstellen besonders ernst nehmen und bei Problemen ärztlichen Rat einholen.
Typische Fehler beim Einlaufen
Wenn Sie eine große Tour planen, kaufen Sie die Schuhe rechtzeitig, bei Lederstiefeln am besten einige Wochen vorher. Hinweise zur Wahl des richtigen Schuhs geben die Ratgeber Wanderschuhe aus Leder und Leichte Wanderschuhe. Für lange Strecken hilft auch der Beitrag Wanderschuhe für die Alpenüberquerung.
- Neue Schuhe direkt auf einer Mehrtagestour oder einer Alpenüberquerung tragen.
- Schuhe mit Wasser tränken oder auf der Heizung erwärmen, um sie schneller weich zu machen. Das kann Leder und Klebung schaden.
- Mit dünnen Alltagssocken einlaufen und auf Tour dicke Wandersocken tragen.
- Drückende Schuhe zu lange tragen, statt die Ursache zu klären.
Häufige Fragen
Wie lange muss man Wanderschuhe einlaufen? Leichte Synthetikschuhe oft nur wenige Tage, Lederstiefel ein bis zwei Wochen, steife Bergschuhe zwei bis drei Wochen oder länger.
Kann man das Einlaufen beschleunigen? Häufiges, kurzes Tragen hilft mehr als ein langer Marsch. Von Tricks mit Wasser oder Hitze raten viele Hersteller ab.
Müssen Bergschuhe eingelaufen werden? Ja, gerade steife Bergschuhe brauchen Zeit. Gehen Sie mit ihnen erst auf kurze Touren, bevor Sie in alpines Gelände aufbrechen.
Was mache ich, wenn der Schuh nach dem Einlaufen noch drückt? Lassen Sie ihn von einem Schuhmacher punktuell weiten oder wählen Sie ein anderes Modell mit passendem Leisten.
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