Vergleich
Wanderschuhe oder Trekkingschuhe: der Unterschied
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Kurz gesagt
Wanderschuhe sind meist leichter und flexibler und für Wege und Tagestouren gedacht. Trekkingschuhe haben eine steifere Sohle, einen höheren, stabileren Schaft und tragen schwereres Gepäck über mehrere Tage. Die Begriffe sind nicht geschützt. Aussagekräftiger ist die im Handel verbreitete Kategorie A bis D, die Sohlensteifigkeit und Einsatzbereich beschreibt.
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Im Laden und in Onlineshops stehen Wanderschuhe, Trekkingschuhe, Bergschuhe und Hikingschuhe oft nebeneinander. Die Namen klingen nach klaren Unterschieden, sind aber nicht einheitlich definiert. Ein Hersteller nennt einen Schuh Trekkingschuh, den ein anderer als Wanderstiefel verkauft. Diese Seite erklärt, was typischerweise hinter den Begriffen steckt, wie Sie Sohle, Schaft und Gewicht einordnen und warum die Kategorie A bis D die bessere Orientierung bietet.
Was die Begriffe meistens bedeuten
Wanderschuhe sind im allgemeinen Sprachgebrauch Schuhe für markierte Wege, Forststraßen und leichte Bergwege. Sie sind oft halbhoch oder knöchelhoch, vergleichsweise leicht und haben eine flexible Sohle, die beim Abrollen nachgibt. Viele bestehen aus Synthetik oder einer Kombination aus Leder und Textil.
Trekkingschuhe sind für mehrtägige Touren mit Rucksack gedacht. Sie haben einen höheren Schaft, der den Knöchel stützt, eine steifere Zwischensohle und eine robustere Laufsohle. Häufig bestehen sie aus Leder und wiegen mehr. Der Begriff überschneidet sich stark mit dem, was viele Hersteller Wanderstiefel nennen.
Weil beide Begriffe nicht geschützt sind, kann derselbe Schuh je nach Shop unterschiedlich bezeichnet sein. Lassen Sie sich deshalb nicht vom Namen leiten, sondern von den Eigenschaften.
Die wichtigsten Unterschiede in der Übersicht
Die Übergänge sind fließend. Ein leichter, knöchelhoher Schuh wie der Lowa Renegade wird von manchen als Wanderschuh, von anderen als Trekkingschuh bezeichnet. Für die Wahl zählt, ob er zu Ihrem Gelände und Gepäck passt.
| Merkmal | Wanderschuh | Trekkingschuh |
|---|---|---|
| Schaft | halbhoch oder knöchelhoch | knöchelhoch bis hoch |
| Sohle | flexibel, gute Abrollbewegung | steifer, stabil bei Gepäck |
| Material | oft Synthetik oder Leder-Textil | oft Leder |
| Gewicht | leichter | schwerer |
| Typische Kategorie | A bis A/B | B |
| Einsatz | Wege, Tagestouren | Bergwege, Hüttentouren, Mehrtagestouren mit Rucksack |
Warum die Kategorie A bis D mehr sagt
Viele Händler und deutsche Hersteller wie Meindl, Lowa und Hanwag ordnen ihre Schuhe in Kategorien von A bis D ein. Das ist ein verbreitetes Händlerschema, keine Norm, und die Einstufungen unterscheiden sich zwischen den Marken leicht. Trotzdem sagt die Kategorie mehr als der Name, weil sie sich vor allem an der Sohlensteifigkeit orientiert.
Kategorie A steht für leichte Schuhe für Wege und Spaziergänge. A/B für Wanderwege und leichte Bergwege. B für Bergwege, Hüttentouren und Trekking mit Gepäck, also das, was meist als Trekkingschuh gilt. B/C für alpine Steige und Geröll, bedingt steigeisenfest. C für Hochtouren mit Steigeisen, D für Expeditionen.
- AWeg
- A/BWeg und leichter Bergweg
- BBergweg
- B/CSteig und Geröll
- CGletscher
- DExpedition
Welcher Schuh passt zu Ihren Touren
Auch das Gepäck spielt eine Rolle. Mit einem schweren Rucksack ist eine steifere Sohle angenehmer, weil sie das zusätzliche Gewicht besser verteilt und der Fuß auf unebenem Boden weniger ermüdet. Der Kategorie-Finder berücksichtigt deshalb neben dem Gelände auch das Rucksackgewicht.
Wenn Sie zwischen einem leichten Wanderschuh und einem steiferen Bergschuh schwanken, lesen Sie Bergschuhe oder Wanderschuhe. Zur Frage nach dem Schaft hilft der Beitrag Hohe oder halbhohe Wanderschuhe.
- Spaziergänge, Forstwege, flache Wanderungen: leichter Wanderschuh der Kategorie A oder A/B, gerne halbhoch.
- Markierte Wanderwege mit kurzen steilen Passagen: Kategorie A/B, halbhoch oder knöchelhoch.
- Bergwege, Hüttentouren, Mehrtagestouren mit Rucksack: Trekkingschuh der Kategorie B mit knöchelhohem Schaft.
- Alpine Steige, Geröll, Klettersteige: Bergschuh der Kategorie B/C.
Leicht oder robust: die Abwägung
Leichte Wanderschuhe ermüden die Beine weniger und brauchen kaum Einlaufzeit. Dafür ist die Sohle weicher, das Profil oft weniger tief und der Schuh schneller abgenutzt. Auf langen, steinigen Abstiegen mit schwerem Rucksack spüren viele Wanderer jeden Stein.
Trekkingschuhe aus Leder sind robuster, schützen besser vor Steinen und halten oft viele Jahre. Sie wiegen aber mehr und müssen eingelaufen werden. Für Tagestouren auf gut ausgebauten Wegen sind sie häufig mehr Schuh als nötig.
Empfehlungen für beide Richtungen finden Sie in den Ratgebern Leichte Wanderschuhe und Wanderschuhe aus Leder.
Hinweis:Ein passender Schuh ersetzt keine Trittsicherheit. Wählen Sie Touren nach Ihrer Erfahrung und Kondition.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Unabhängig vom Namen entscheidet die Passform. Ein steifer Trekkingschuh, der an der Ferse rutscht, verursacht auf einer Mehrtagestour schneller Blasen als ein gut sitzender leichter Wanderschuh. Messen Sie Ihre Fußlänge abends im Stehen und planen Sie rund einen Zentimeter Zugabe ein. Die Größen-Tabelle rechnet daraus eine ungefähre EU- und UK-Größe.
Probieren Sie die Schuhe mit den Socken an, die Sie auf Tour tragen, und gehen Sie im Laden eine Rampe bergab. Die Zehen dürfen vorne nicht anstoßen, die Ferse sollte kaum anheben. Ausführlich erklärt das der Beitrag Wie müssen Wanderschuhe passen?. Prüfen Sie außerdem, ob Sie eine Membran brauchen: Für nasse Wiesen und Regentage ist sie hilfreich, für heiße Sommertage nicht immer nötig.
Häufige Fragen
Kann ich mit Trekkingschuhen auch normale Wanderungen machen? Ja. Auf flachen Wegen sind sie aber oft schwerer und steifer als nötig.
Sind Trekkingschuhe immer wasserdicht? Nein. Viele haben eine Membran wie Gore-Tex, es gibt aber auch Lederschuhe ohne Membran. Achten Sie auf die Angabe GTX oder eine andere Membran.
Was ist der Unterschied zu Bergschuhen? Bergschuhe sind meist noch steifer, haben einen Gummirand und sind oft bedingt oder voll steigeisenfest, also Kategorie B/C oder C.
Welche Kategorie brauche ich für Hüttentouren? Für markierte Hüttenwege ist Kategorie B die übliche Wahl.
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